Unsere Geschichte
Ungru: ein richtungsweisender Name
Der Ursprung des Namens Ungru liegt im mittelalterlichen Riesenbeck am Rande des Teutoburger Waldes. Dort, an einem alten Wegekreuz in einer Moorlandschaft, entsteht der Name „Ungovore“ zunächst als Flurname und kennzeichnet ein niedrig gelegenes Wegekreuz. An diesem Wegekreuz durch die „Gravenhorster Schlucht“ treffen sich wichtige Verbindungswege, die die beiden Bergseiten wie auch verschiedene umliegende Orte miteinander verbinden. Mit den Aushub- und Bauarbeiten am Mittellandkanal vor gut einhundert Jahren verschwinden die Spuren vom einstigen Kreuzungspunkt jedoch endgültig.
Gründerjahre: vom Herrenhof zum eigenen Kotten
Im 12. Jahrhundert gehörte Ungovore, inzwischen ein Herrenhof mit Wassermühle und eigenem Hofrecht, zu den bedeutenden Grundbesitzungen der Grafen von Ravensberg in der Region. Als sich die Herrenhöfe großflächig auflösen und die unfreien Bauern stattdessen eigenständige Landwirtschaftsbetriebe gründen, ist das für die Ungrus zunächst mit erheblichen Mühen verbunden. Die mittelalterlichen Gründerjahre des ersten eigenen Hofes waren begleitet von einer Serie von Katastrophen, etwa einem Kirchenbrand 1315, einer Hungersnot 1315 bis 1317, einem Jahrtausendhochwasser 1342, dem Ausgreifen der Pest 1349 und einem Grenzkrieg 1425. Gegen Ende des 14. bzw. zu Anfang des 15. Jahrhunderts verlassen die Vorfahren der Familie Ungru deshalb den ursprünglichen Standort in Riesenbeck und gründen im Süden von Dreierwalde, in der heutigen Bauerschaft Uthuisen, eine kleine Hofstelle, die fortan der Adelsfamilie von Langen gehört. Die Ungrus, oder Ungeruwe, wie man sie damals noch nennt, roden und drainieren, trotzen dem wenig ertragreichen Boden das Möglichste ab. Die schwierigen Böden im Moor- und Heidegebiet prägen die Ausrichtung des anfangs noch kleinen Kottens. Schon früh spielt deshalb die Tierhaltung eine wichtige Rolle.
Wachstum durch Fleiß und Verantwortung
Über die Jahrhunderte wächst der Hof Ungru stetig. Wirtschaftlich und rechtlich steigt der Kotten zum vollwertigen Hof auf; der Viehbestand vergrößert sich von ursprünglich fünf Kühen, vier Pferden, sechs Rindern, fünf Schweinen und zwei Bienenvölkern im Jahr 1534 stetig. Auch die Nutz- und Betriebsflächen des Hofes werden beständig erweitert. Bis 1827 sind es bereits 48 Hektar, hinzu kommen 1845 außerdem 31 Hektar aus der Teilung der Altenrheiner Mark und 1872 noch einmal 45 Hektar aus der Teilung der Hörsteler Mark. Die neu gewonnenen Heideflächen des inzwischen 123 Hektar großen Hofes Ungru werden über fünfzig Jahre lang, mit Hilfe von Kunstdünger, zu Grün- und Waldland kultiviert. Die Familie bewirtschaftet das Land mit viel Einsatz und passt sich immer wieder den Veränderungen der Zeit an. Im 19. Jahrhundert erlangt der Hof schließlich seine vollständige wirtschaftliche und rechtliche Selbstständigkeit. Die Familie Ungru wird 1850 gegen eine Zahlung von 402 Reichstalern Eigentümer des eigenen Grund und Bodens.

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Franz und Franziska Ungru mit ihren Kindern, ca. 1920
Verwurzelt in der Vergangenheit, ausgerichtet auf die Zukunft
Auch im 20. Jahrhundert entwickelt sich der Hof weiter. Die Landwirtschaft verändert sich grundlegend. Unter Hubert Ungru wechselt der Betrieb von der klassischen Mischwirtschaft mit Milchvieh, Schafen und Ackerbau Schritt für Schritt zur Schweinehaltung als zentralem Betriebszweig. Mit unternehmerischem Mut schlägt auch der Nachfolger, Franz Ungru, neue Wege ein. Investitionen in moderne Haltungssysteme, effiziente Betriebsabläufe und eine zukunftsorientierte Landwirtschaft prägen die weitere Entwicklung zum modernen Viehwirtschaftsbetrieb. Mit Theresa Ungru trägt der Betrieb seine lange Geschichte nun in die nächste Generation.
Hof Ungru
